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Geschlagen von denen, die man segnen will

Ein beschmierter Bus, eine eingeworfene Scheibe, ein gestohlenes Portemonnaie, verletzende Worte, falsche Versprechen, Lügen…

In 25 Jahren haben viele unserer Mitarbeiter solche Dinge erlebt und reihen sich damit in eine Kette von Menschen ein, die „ihr Leben hingeben“. Liebe fordert heraus und manchmal können Menschen damit nicht umgehen. Dann kommen auf einmal Dinge heraus, die unsere Freunde eigentlich gar nicht wollen. Wie oft hatten wir unseren Tisch zuhause gedeckt und einen schönen Kuchen gebacken und die verabredete Person oder Familie erschien einfach nicht. Danach kam oft nicht einmal ein „Entschuldigung“. Immer sind wir natürlich traurig, manchmal enttäuscht, aber wir wollen weitermachen, denn wir haben eine wunderbare Zusage:

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seinerzeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.“ (Galaterbrief 6,9)

Wir wollen dann schnell verzeihen und auch nochmal das Gespräch suchen. Sehr oft decken wir die „Schuld“ mit Liebe zu, genauso wie Jesus das tat. Wenn wir nur „Profis“ wären, würden wir uns gar nicht so sehr für die Menschen öffnen, aber wir machen uns bewusst „verletzlich“. Als vor 8 Jahren in Gorbitz mal unsere Autoscheiben sinnlos zerkratzt wurden, war mein erster Gedanke nicht Frust, sondern eine Erinnerung: „Das sind Anzahlungen. Kosten der Nachfolge.“ Und in gewisser Weise sind es innere Kämpfe, die nach außen hin sichtbar werden. Ich bin mir nach all den Jahren immer noch sicher: Dranbleiben lohnt sich! Als mir dieses Jahr mein Portemonnaie geklaut wurde, war das Ganze nicht mehr so einfach. Irgendwie ging mir das sehr nah. Warum reagieren wir manchmal anders als wir wollen? Bei mir liegt es an meiner Nähe zu Jesus und an dem gelebten Grundvertrauen zu ihm. Wenn das intakt ist, dann tun mir „Schläge“ nicht so weh! Meine Reaktion ist eine Entscheidung.

Matthias Henkert

 

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