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Susanne sagt Hallo

von Bosnien nach Gorbitz:
Botschafter
für Gottes Liebe

So neu ist sie eigentlich nicht. Schon Jahre ist Susanne „Susy“ Schiemann im Stoffwechsel Projekt Gorbitz dabei, hier im ehemaligen DDR-Plattenbaugebiet im Dresdner Westen und gleichzeitig sozialem Brennpunkt. Sie sind als Familie ganz bewußt hierher gezogen – um nahe bei den Menschen zu sein.

ein Hallo aus Gorbitz von Susanne Schiemann

Aufgewachsen in einem kleinen Ort im Erzgebirge habe ich als gelernte Krankenschwester einige Jahre in Bosnien-Herzegowina unter dem Volk der Roma gearbeitet – mit recht vielseitigen Aufgaben: Kinderprogramme in der Romasiedlung, medizinische Betreuung, Motivation zum Schulbesuch, Mitarbeit in der kleinen Romagemeinde und ganz viel Beziehungspflege, denn nur durch vertrauensvolle Beziehungen werden Menschen offen für Veränderungen.

unter Roma-Familien in Bosnien

 

Dann kam einmal ein Praktikant aus Deutschland und dieser wurde schließlich zum Grund meiner Rückkehr. Er heisst Ralf Schiemann, leitet heute das Stoffwechsel Projekt in Gorbitz und wir sind seit neun Jahren verheiratet. Während der letzten sieben Jahre in Elternzeit konnte ich mich immer wieder ehrenamtlich ins Projekt einbringen und Beziehungen zu Eltern aufbauen, vor allem Müttern. So ist für mich aus „Ralf’s Arbeit“ ein gemeinsamer Dienst geworden.

Vor sieben Jahren sind wir gezielt nach Gorbitz gezogen, um dichter dran zu sein an den Menschen, die Gott uns an‘s Herz gelegt hat. So ergeben sich im Alltag natürliche Berührungspunkte: beim Einkaufen, beim draußen Spielen mit unseren Kindern, durch Schule, Kindergarten usw. Ansonsten bringe ich mich beim Elterncafé während des Kidsclub-Programmes ein, bei den jährlichen Familienfreizeiten und einmal wöchentlich gibt es ein „Mami-Frühstück“ bei uns zu Hause. Besonders wichtig ist mir, Zeit zu haben, um Beziehungen zu einzelnen zu pflegen und dabei auch praktisch zu helfen, wie z.B. gerade einer syrischen Mutter beim Deutschlernen.

auf Familienfreizeit mit Kindern und Eltern aus Gorbitz

 

Immer wieder stelle ich dabei fest, dass die Not in den Herzen doch sehr ähnlich ist. Klar, in Bosnien war die materielle Not nach außen hin viel offensichtlicher, doch die Sehnsucht nach Liebe und Annahme ist die gleiche. Oft muss ich schlucken bei den krassen Geschichten von Ablehnung, Missbrauch und Gewalt, und oft empfinden wir es auch hier so, dass wir inmitten einer anderen Kultur leben.

Ich sehe uns als eine Art Botschafter der Liebe Gottes für die Menschen hier. Wir können nicht all ihre Probleme lösen, kaputte Herzen heilen, Liebesdefizite ausfüllen, aber wir können da sein, zuhören, Familie vorleben und ihnen einen Weg zu unserem Vater im Himmel zeigen, bei dem jeder einzelne gewollt und geliebt ist.

 

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