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Warum wir Family sind

Eine Innenansicht zum Selbstverständnis von Stoffwechsel – ein Gespräch mit Ralf Knauthe

Stoffwechsel begann 1993 als ein Dienst, den Sabine Ball von Gott ins Herz gelegt bekam und zu dem Gott viele andere hinzufügte. 2005 gab Sabine den Staffelstab an Ralf Knauthe weiter und bereitete damit den Weg in ein neues Kapitel. Sechs Jahre später zerbrach Ralfs Ehe. Das veränderte nicht nur sein persönliches Leben, sondern führte ihn auch in ein tieferes Verständnis von Stoffwechsel:

„In dem Zerbruch ist Gott mir ganz tief begegnet. Er hat mir noch einmal grundlegend gezeigt, wer ER ist – als himmlischer Papa – und wer ich bin – nämlich ein geliebter Sohn. Das hat mich in der Folge auch davon freigesetzt, mich wie vorher unter dem Spitznamen „knafffi“ und mit zwei verschiedenen Schuhen nach außen hin als Original zu zeigen. Gott hat mir die Erkenntnis geschenkt: Ich bin Ralf Knauthe, den Gott liebt und mit dem er im Original seine Geschichte schreiben möchte. Durch die Heilung meines zerbrochenen Herzens – des ‘Stoffwechsels im Herzen’ – durfte ich noch tiefer erfahren, dass Gott Liebe ist und immer in Familie denkt. Er ist Vater, wir seine Kinder. Das gilt jedem persönlich und auch in unserem Miteinander in Gemeinschaft: Gottes Organisationsform ist ‚Family‘.“

Ralf begann zu verstehen, dass auch die Identität von Stoffwechsel nicht im gemeinsamen Dienst besteht, sondern dass unsere Identität und erste Berufung zutiefst ist: Wir sind eine „Family“. – Wir leben in familiärer Gemeinschaft mit Gott und empfangen als Schwestern und Brüder seine Liebe, die wir zum Leben brauchen. Auf dieser Grundlage sendet er uns mit erfüllten Herzen – hin zu den Menschen in Not, die Gottes Liebe noch nie erfahren haben.

Dieses tiefere Verständnis wünschte sich Ralf für alle Mitarbeitenden. Das ging allerdings nicht so einfach, wie er es sich vorgestellt hatte. Im Gegenteil:

„Die Mitarbeiter konnten mir manchmal nicht folgen – ich war mit meinen Worten und meinem Eifer zu schnell oder ging zu wenig auf sie ein. Damit habe ich Menschen verletzt und auch der Vorstand ist damals zerbrochen. Weiterhin ist mir klargeworden: Ich war ein wichtiges Puzzleteil in dem Ganzen – eins von vielen kostbaren Teilen des ganzen Bildes. Nun brauchte ich auch die anderen, damit das, was ich mit meiner Gabe von Gott empfangen hatte, wirklich ins Leben kommen konnte.

An dieser Stelle kam Matthias in den Vorstand und konnte mich mit seinen Gaben wunderbar ergänzen. Er hat den Wert von ‚Family‘ erkannt und mit ins Leben unseres Miteinanders gebracht. Das bedeutete auch, dass er mich manchmal bremsen musste, verstärkt an der Basis war, zuhörte und ‚übersetzte‘ – Dinge, die mir eher schwer fielen. In dieser ganzen Zeit ging Gott mit uns in die Tiefe – um mit uns weiter zu kommen. Das bedeutet auch, dass viel Energie in diese inneren Prozesse ging und in der praktischen Arbeit Projekte reduziert wurden. Auch manche Mitarbeiter zogen weiter.

Doch als dann eine Person, die vorher sehr skeptisch war, von sich aus während einer Anmoderation sagte: „Unsere Gemeinschaftstage sind wie Familientreffen“, kamen mir die Freudentränen. Es war offensichtlich im Herzen durchgebrochen! Endlich war es nicht nur von mir proklamiert, sondern es lebte. Leute sprachen davon: Wir sind eine Family. Nicht nur Kollegen, sondern vor allem Schwestern und Brüder.

Als das klar war, fing ich auch noch mehr an zu verstehen: Mein Part ist wie abgeschlossen. Gott hatte mich mit meinen Gaben in diesem Kapitel damit gebraucht, Dinge von ihm zu empfangen, sie in Worte und Bilder zu fassen und so an andere weiterzugeben. So wurde mir auch klar: Jetzt beginnt er mit uns ein neues Kapitel, in dem unser Dienst (Ministry) und unser Herz (Family) stärker zusammenkommen – denn auch wenn es zwei völlig verschiedene Dinge sind, so gehören sie bei Gott untrennbar zusammen.“

So stehen wir nun am Anfang eines neuen Kapitels – als Family – und diese Family hat offene Herzen und offene Häuser und will weiter Menschen einladen, die nach der Heimat suchen. Nach Gottes Liebe, von der sie gar nicht wissen, dass sie sie suchen. Aber jedes Herz sehnt sich nach Annahme, Wertschätzung, Zugehörigkeit – eben nach Liebe. Und wir sind so ein Ort, als Teil der weltweiten Familie Gottes, die die Antwort des himmlischen Vaters trägt und lebt. So verstehen wir Familienarbeit: Als Family – für Familien. Denn wir können nur geben, was wir selbst sind, bzw. haben. Durch unser Leben und unsere Gemeinschaft laden wir Kinder und Eltern ein, Gottes Liebe zu erfahren.

 

Jahresteam 2019 Yeah
Stoffwechsel Jahresteam Herbst 2019

 

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